Moderne Zerspanungsmaschine
Plastikteil 4.04.2018

Zerspanende Bearbeitung von Kunststoffen

Ähnlich wie bei der Bearbeitung von Rohmaterial aus Metall fertigen die meisten Spezialbetriebe entweder Werkstücke oder ganze Baugruppen. Eine Drehmaschine mit integriertem Fräsmotor ist eines der wenigen Werkzeuge, die beide Fertigungsarten erfüllen. Die angelieferten Halbzeuge, teilweise auf neu entwickelten Maschinen produziert, sorgen zwar für die Einhaltung der geforderten Toleranzen, doch haben die fertigen Teile in den letzten Jahren deutlich nachgelassen. Deshalb erfolgt eine Konzentration auf schwierige Einzelteile, ganze Baugruppen oder Prototypen in Kleinserien. Dabei wird die komplette Fertigungskette abgedeckt, von der Konstruktion mit CAD-Programmen bis hin zur Fertigung an der Maschine.
Die Kombination aus verschiedenen Werkstoffen ist eine besondere technische Leistung, von der die Auftraggeber in ganz Deutschland profitieren. In der Teilefertigung werden die angelieferten Kunststoffe, die auch aus dem eigenen Materiallager entnommen werden, umgearbeitet. Die auf dem Gebiete der Zerspanung gewonnenen Erfahrungen fließen später zurück in die Forschung. Kunststoffe lassen sich mit allen geeigneten Werkzeugen zerspanen, überwiegend werden jedoch Werkzeuge aus der Aluminiumbearbeitung eingesetzt. Wichtig sind hoch negative Schneidgeometrien und scharfe Schneidkanten sowie große Arbeitsräume. Die vom Kunden vorgegebenen Schnittwerte werden jedenfalls von den Drehereien in Schleswig-Holstein direkt in die CNC-Maschinen einprogrammiert, die Erfahrung zählt dabei besonders, Tabellen zum Nachrechnen gibt es aber auch.

Gewinde aus Kunststoff Neben vielen anderen Werkzeugmaschinen ermöglichen die Drehmaschinen mit angetriebenen Werkzeugen derzeit die besten Arbeitsergebnisse gerade bei der Einzelteilefertigung. Der Maschineneinsatz steht dem von Zerspanungsbetrieben eigentlich nicht nach; die Forderung nach hoher Produktivität begleitet den gesamten Fertigungsprozess unter Einbeziehung von CAD/CAM-Technik. Vor einigen Jahren haben sich die deutschen Hersteller entschieden, neue Software zu beschaffen, um einheitliche Oberflächen erzielen zu können.
Dabei wird auf der CAD-Seite Solid Edge, und auf der CAM-Seite auf eine Siemens-Steuerung zurückgegriffen. Einzelteile werden zunächst im CAM-Bereich in Kiel manuell programmiert, was aber eine sehr zeitaufwändige Angelegenheit ist, die das Produktionsspektrum einschränkt und die Bearbeitungsgeschwindigkeit ebenfalls stark bremst.
Die Programmierung der einzelnen CAM-Module erfolgt nach und nach, zunächst drei Achsen und dann schließlich in echter 3D-Simulation und simultaner fünf-Achsen-Bearbeitung. Die Bearbeitung auf Dreh-Fräszentren mit angetriebenen Werkzeugen und einem integrierten Fräsmotor ist die letzte technische Entwicklung. Für diesen Maschinentyp sind eine spezielle Ausbildung und besondere Software erforderlich.